Diwali 🪔

einige Zeilen, die ich gestern im Yoga-Chat postete:

Samhain ist eines der 4 grossen Mondfeste im keltischen Jahr – am 31. Oktober, dem keltischen Fest zu Ehren der Ahnen, soll der Schleier zur geistigen Welt besonders dünn werden und auch so bleiben bis zum Ende der Rauhnächte anfangs Januar – eine einst lange Zwischenjahrzeit ( die Differenz zwischen Monden- und Sonnenjahr) bei den Kelten. Nach einem der keltischen Kalender war der 31. Oktober auch der Beginn des keltischen Jahres nach anderen am Frühlingsbeginn. In den drei “Geisternächten” beginnend am 31. Oktober dachte man an die Ahnen und Geistwesen, feierte das Fest mit ihnen & erzählte auch Geschichten über sie.. Ein Übergangsfest vom Sommer in die Winterzeit.. vom Licht zum Dunkeln, wo Lichter angezündet werden für die Geistwesen.. Odin soll mit wilden Horden über die Himmel ziehen

Auch das indische Lichterfest Diwali (in Indien von Hindus und anderen Glaubensgemeinschaften zwischen Oktober & November bei Neumond gefeiert) wird dieses Jahr auch gerade um den 31. Oktober gefeiert; es dauert drei (bis zu fünf) Tage, in den dunkelsten Nächten (Neumond) und markiert den Beginn des neuen Hindu Jahres.. den Sieg des Lichtes über das Dunkle.. 🙏🏼 des Guten über das Böse, des Erkennens über alles Unwissen; es werden feierlich Lichterreihen, traditionelle Öllämpchen (diyas) und Kerzen vor dem Haus angezündet (Licht, Frieden, Fülle & Neuanfang für das neue Jahr einzuladen, teils auch um den Seelen den Weg zu leuchten), die Häuser werden gereinigt und geschmückt und auch man selbst putzt sich raus, zieht neue Kleider an und macht eine Puja zu Ehren von Lakshmi, um Fülle ins neue Jahr einzuladen. Manche gedenken dabei auch der Rückkehr von Rama aus dem Exil wiedervereint mit Sita, andere an Shiva und seinen Sieg über die Dämonen je nach Tradition ..

Lakshmi Puja

Spannend wie unterschiedliche Kulturen Ähnlichkeiten zeigen. natürlich ist uns auch Allerheiligen am 1. und Allerseelen am 2. November aus dem christlichen Kontext ein Begriff, wo man der Seelen gedenkt, dessen Hintergrund in Indien auch mitunter Spuren hinterlässt. Zu guter letzt begleitet uns heuer auch noch der Neumond an diesem 1. November mit seiner Energie im Skorpion 🌝 🙏🏼

in dem Sinne, einen guten November-Neumond ✨🪔🔥🎃🧘‍♀️ 🌑🕉️ 📿 festliches Diwali 🪔 oder besinnlich-besonnenes Samhain 🙏🏼

Ujjay Atem

Eine wertvolle Unterstützung in Deiner Yoga-Praxis

Atem als Einstieg in die Meditation 🕉️

Während Du in der ‘Kobra’ 🐍 weilst, könntest Du die Hände von der Matte hochheben – und nur den Rücken arbeiten lassen.. Das ist streng! Du möchtest dem ersten Impuls vielleicht gerne nachgeben, losprusten, schneller atmen, aber das würde Dich ins Wanken bringen und aus der Stabilität hinaus katapultieren. Wir haben dann den Ujjay Atem gemacht.. Diese Atemtechnik fokussiert vor allem auf das Hals-Chakra (es gibt verschiedene Atemtechniken, die jeweils auf die verschiedenen Chakren zielen, wie Bauch, Herz, Stirn, Scheitel, Wurzel- oder eben beim Udhjay das Halschakra, um so dieser Stelle mehr Fokus, Energie und Konzentration zu zuzuführen). Beim Ujjay-Atem geht es vor allem um den Halsverschluss, das Jalandhara Bandha : wir verengen den Hals, dadurch wird die Luft etwas zurückgehalten und langsamer durchgelassen, wie wenn man durch ein sehr enges Röhrchen etwas stärker saugen oder pressen müsste ( wo durch ein weites Röhrchen weniger Widerstand zu spüren wäre).

Oft stellt sich dies bei Yogis, die regelmässig mit dem Atem praktizieren, von selber ein. Unter anderem daran erkennt man erfahrenere Yogis. Sie verengen beim Ausatmen den Hals, dadurch verlängert sich das Ausatmen, was die Entspannung fördert, Fokus für die Asana erzeugt und mit der Reibung im Halschakra zusätzlich Energie freisetzt. Dabei ensteht dieses typische Hauchen im Halsbereich. Daher wird das auch oft ‘Ocean Breath’ genannt, wie das Rauschen des Meeres. Mit der Zeit kann sich dieses Rauschen und diese Verengung auch beim Einatmen einstellen, quasi als Stufe zwei. So kann man einen Atemzyklus bedeutend verlängern. Das braucht meist etwas Übung. Im Idealfall atmen Yogis über die Nase ein & aus. Man spürt eine Energetisierung und Belebung im ganzen Körper – beim Einatmen auch eine sanfte Stimulation und Kühlung der Rückseite des Halses & der Oberseite der Stirnhöhle, und beim Ausatmen eher der Vorderseite des Halses, wenn man aufmerksam hineinspürt. Diese Atemtechnik hilft Dir bei der Meditation, um hineinzufinden, um Fokus zu halten und beim Körper zu bleiben; gerade bei fortgeschrittenen anspruchsvollen Asanas auch eine zusätzliche Hilfe für die bewegte Meditation den Atem zu verfeinern, nicht mit Heftigkeit, sondern mit längerem aber doch feinem Atem noch mehr Vertiefung und Festigkeit zu finden. Im etwas anspruchsvollen kräftigen Ashtanga Yoga gehört diese Atemweise standardmässig dazu.

Für die Praxis setze Dich im Schneidersitz auf den Boden oder auf ein Meditationskissen. Halte den Rücken aufrecht und gerade & bringe Deine Finger ins Chin Mudra. Verenge beim Ausatmen den Hals und lasse das charakteristische Hauchen oder Rauschen ertönen, atme dabei durch die Nase ein & aus. Atme so 4 bis 8 Minuten lang weiter und spüre nach. Es entspannt die Nerven, reinigt die Lungen, weitet den Atem, bringt Festigkeit in den Körper, beim Ausatmen erzeugt es Reibung und dabei Wärme resp. Energie im Körper. Hilft bei Migräne oder Schnarchen, stärkt Kommunikation und Ausdruck (Hals-Chakra).. In der Asana hilft Dir Ujjay zudem, Festigkeit oder ‘sthira’ in den Körper zu bringen.

Versuche es in Deiner nächsten Praxis mal intensiv einzubinden. Om Shanti 🕉️

Sthira und Sukha

Das Yoga Sutra des Patanjali

Juni 🪲 hoffentlich auch bald wetterweise. Im Sommer gibt es mehr Aktivität 🧗‍♂️ – in der Natur wie auch unter Menschen – gleichzeitig sind wir oft entspannter, wenn die Sonne mal richtig scheint oder uns gar ans Wasser 💦 🌊 ruft – ..ein Paradoxon? Gute Gelegenheit, sich mal über einen berühmten Hauptsatz des Yoga zu beugen..

Im Yoga Sutra (Yoga-Leitfaden) des sagenumwobenen Maharishi Patanjali (der in der Antike zu Zeiten der Griechen & Römer in Indien lebte) finden wir eine der ältesten Überlieferungen der Hatha Yoga-Tradition in schriftlicher Form. Lange Zeit wurde das Wissen über Meditation und unterschiedliche Yogapraktiken mündlich weitergegeben, auch bei Patanjali sind die Sutren knapp gehalten und wohl eher für den Übenden als Leitfaden gedacht. Eines der bekannteren Sutren ist Sutra 46 aus Buch zwei, sthira sukham asanam (Sanskrit), was übersetzt etwa heisst: „eine Asana ist fest & angenehm“. Sthira (entstammt dem Wort stha für stehen) bedeutet hier ‚fest, stabil’ oder ,kraftvoll‘. Sukha steht für ,wohl, angenehm, leicht, freudevoll‘ – ja ,entspannt‘. Schon auf den ersten Blick bemerkt frau*man hierin eine Gegensätzlichkeit, ganz in der Hatha Yoga- und Tantra-Tradition, die darauf zielt (scheinbare) Gegensätze in sich zu vereinen. Beim Yoga praktizieren, beim Anspannen oder Belasten holen wir die Reaktion des Sympathikus, beim Entspannen die des Parasympathikus unseres vegetativen Nervensystems ab…Keines von beiden ist wirklich ‘schlecht’ 🙂 hätten wir eines nicht, würde der Körper nicht funktionieren, aber sie sollen hier im Gleichgewicht wirken.

Worauf sollte ich beim Yoga laut Patanjali achten? Ich sollte fest, stabil, kraftvoll und gleichzeitig ruhig, wohl & angenehm sein. Ruhig-kraftvoll im Gleichgewicht. Sind wir in der Asana instabil, sind wir unruhig und nicht fest, wir brauchen viel Kraft um sie zu halten und Entspannung kann sich nicht ausbreiten. Stabilität ist eine Voraussetzung für Leichtigkeit. Oft brauchen wir um eine Asana richtig auszuführen nicht mehr & noch mehr Muskelkraft und Anstrengung, sondern die passende Haltung (Schwerpunkt), um mit der Schwerkraft zu gehen und um nicht gegen unseren Körper zu gehen. Das richtige ‚Alignment‘, und dann finde ich Stabilität, Festigkeit und daraus Leichtigkeit. Da spielt auch Ahimsa (Gewaltlosigkeit) mit rein – eines der obersten Gebote des Yogis – wir sollten „wohl, angenehm, freudevoll“ in der Asana sein. Kann ich in der Anspannung entspannen & loslassen, oder spüre ich gar Schmerz 😣 und Stress? Dieses wäre nicht Ahimsa, auch nicht sukha – und demzufolge auch nicht Yoga (Verbindung). Vieles auch in unserer Welt 🌍 ist aus dem Gleichgewicht – hier können wir üben im Kleinsten dieses heraus zu spüren: Festigkeit und gleichzeitig leicht; es braucht nicht unendlich viel Kraft, um die Asana zu halten, die kleinste mögliche Anstrengung, jedoch beherzt mit Feuer 🔥 Atem und Willen, aber noch immer freudig entspannt dabei, loslassen jedoch willentlich & aktiv.. eine eigentümliche Mischung aus meditativem Versenken & Zulassen und beherzter, belebender Aktivität.

Das Adjektiv sukha wurde damals auch für ein Gefährt verwendet, wenn der Wagen, das Wagen-Rad, die Nabe ruhig lief.. und nicht holperte; ,fest-stabil und gleichzeitig angenehm‘ bezeichnet vielleicht genau das – ,ich habe die „perfekte“ oder für mich passende Form gefunden‘.

Da wo sich ein Wohlgefühl ausbreitet, ich ‘easy’ bin, nicht mich (über-)anstrengen brauche – sondern der Körper sich im angenehmen Gleichgewicht fühlt..

..aus Sthira, Willen, Ziel, (durch)halten, Klarheit im Geist, Kraft, (Ein-)Atmen —- und aus Sukha, Freude, Sanftheit, Entspannung, (Aus-)Atmen..

Wenn es nicht holpert, ist es auch nicht im negativen Sinne anstrengend – wir können uns weiter reingeben und das Fahrgefühl wird noch berauschender sein. Manchmal erfährt frau*man in der Asana eine kleine Veränderung am Körper, ein kleines Suchen und flexibles Sich-Anpassen, und alles fällt urplötzlich in diese „perfekte“ Haltung von Gleichgewicht hinein. Selbst die Gedanken 💭 kann ich mehr & mehr hinwenden zum Körper, sie so stiller werden lassen, Raum schaffen, und in einen angenehmen „normalen Zustand“ fallen

Oft wird der Kopf im Alltag zur Unruhe getrieben, ob all der Möglichkeit und Bewegung um einen herum – der Körper ist dadurch ebenso unruhig, juckt und zuckt, es stellen sich mit der Zeit anhaltende Spannungen ein – frau*man kann den Körper so kaum ‘bequem & stabil’ erfahren und halten. Durch Yoga, Anspannen & Entspannen (Asana) und tiefer Atmen (Pranayama), werden die Spannungen etwas loslassen, mit dem Ziel wieder in diesen Zustand von ‚stabil & angenehm‘ zu finden.

Die Yogis haben auch gemerkt, wie neben einem verspannten Körper, einem unruhigen Geist, Stress, der zu Steifheit und Verspannungen führt, auch die Nahrung ihren Einfluss hat auf das physische (Wohl-)Befinden und auf die Fähigkeit in einen der Meditation zuträglichen Zustand der Ruhe zu kommen. Um einfacher ‚fest & angenehm’ zu fließen, achten die Yogis also auch auf die richtige Nahrung für den Geist, wie für den Körper.

Vielleicht lässt sich ‚sthira sukham asanam‘ von der Matte auch auf Situationen im Alltag übertragen.

Und schließlich lässt sich der Satz auch umkehren: eine Asana ist eine Haltung, die Festigkeit, Klarheit und körperliche Zufriedenheit vermittelt. Wenn wir also dahin kommen, haben wir Yoga gemacht

Detox – Fasten & Yoga

willkommen im März; langsam regt sich die Natur, Pflanzen spriessen zart, die Natur steht in der Erneuerung – auch wir Menschen erleben den Frühling, wenn die Sonne wieder länger scheint, junge Kräuter die Körpersäfte anregen und der Geist auf manches neue Vorhaben schielt.. einige machen da einen Frühlingsputz im aussen 🧹auferstehend aus der Lethargie des lichtlosen Winters – und damit verbunden finden es auch wiederum viele eine ideale Zeit um zu Fasten, den Körper zu reinigen 🧽 um die Schlacken und die Schwere des Winters aus dem Körper zu fegen.

Auch für die Yogis war und ist Fasten ein wesentliches Mittel, um den Körper gesund zu erhalten und den Geist freier (im Alltag finden Yogis ohnehin eine längere Pause von mind. 6 – 8 Stunden zwischen den Mahlzeiten ideal, das sogenannte Intervallfasten). Und wenn beim Yogi ein Zeichen von Krankheit aufkommt, sucht er Ruhe, Sonne und frische Luft – und fastet, nimmt bloss Wasser zu sich. Das ist den Tieren in der Natur abgeschaut, die, wenn sie krank sind, sich zurück ziehen und kaum essen. Da kannst Du gut in Deinen Körper hinein horchen, und falls er keine Lust hat zu essen, dem auch ruhig nachgeben. Auch sonst: wenn Magen und Darm mal ruhen, kann der Körper regenerieren und Giftstoffe ausscheiden, der Körper fühlt sich darauf energetischer & verjüngt an, der Geist ist konzentrierter & kommt vielleicht zu manch neuer Ansicht und Einsicht.

Auch ist Verzicht eine geistige Übung – im religiösen Kontext wird der Segen des Fastens überall hochgehalten, so wird im Hinduismus am 11. Tag nach Voll- & Neumond gefastet (Ekadashi); beim Ramadan im Islam & im Christentum vor Ostern sehen wir ähnliches.

Wenn Du nun Lust bekommen hast zum Märzanfang etwas zu fasten.. zweitage- oder dreitage-Fasten und Frühlingsputz ist für Erwachsene problemlos. Geübte können das bis zu einer Woche ausdehnen. Wobei es wichtig ist, dass einem Wohl ist dabei. Für einen ersten längeren Fasten-Einschub starte also, wenn Du dich gesund und fit fühlst. Am Tag davor sollte nur Leichtes und falls Du Fleisch isst, kein Fleisch gegessen werden; einen Tag davor und während des ganzen Fastens (wo möglich) auf Kaffee, Alkohol oder Glimmstengel verzichten – denn wir wollen dem Körper erlauben sich in Ruhe zu reinigen & zu entgiften. Du kannst zu Beginn mit einem Einlauf auch den Darm reinigen und leeren.

Während des Fastens ersetzt Du dann das Essen durch viel trinken:

Mind. 3 Liter Kräutertee und reines Wasser (im Ayurveda wird das Wasser abgekocht mit offenem Deckel), kannst Du bereitstellen, zudem 1 Glas Buillon und 1 Glas frisch gepressten Frucht- und Gemüsesaft & 1 TL Honig kannst Du täglich zu Dir nehmen. Digital darf vermehrt auf Handy, TV oder Laptop verzichtet werden um genug Ruhe zu haben für den Prozess (da wären Ferien praktisch, ein längeres Wochenende..); zudem solltest Du dich viel Bewegen, spazieren an der frischen Luft und täglich 1 Stunde Yoga üben 🙏🏼

Fastenbrechen: Nach dem Fasten nehmen Yogis oft Kitcheree zu sich, das besteht aus Mungbohnen, Reis, Ghee und Kokosöl und ist leicht bekömmlich, Du kannst das Fasten am Tag 1 danach auch mit Früchten brechen, vielleicht gar mit einigen grünen Smoothies mit frischen Frühjahrs-Wildkräutern; auch am zweiten Tag danach solltest Du, falls Du nicht Vegetarier*in bist, noch kein Fleisch und schwer Verdauliches zu Dir nehmen. Manche machen zum Abschluss nochmals einen Einlauf zur Darmreinigung.

Es kann auch interessant sein, Deine Erfahrungen während des Fastens mit jemandem zu teilen. Vielleicht findest Du eine Person, die mit Dir experimentieren möchte? In den Anfängen ist vielleicht zwischendurch das Hungergefühl noch recht präsent, auch kann der Körper reagieren mit leichtem Schwindel oder Kopfschmerzen. Wie vieles braucht auch Fasten Übung, jeder kleine Schritt darf darum gewürdigt werden; und wenn es mal etwas mehr Smoothie oder Fruchtsaft war.., so ist es dennoch eine gute Reinigung, und genau die Richtige zu diesem Zeitpunkt.

Ich bin gespannt auf die eigenen Fastentage. Falls Du ebenfalls fastest, freue ich mich, wenn Du Deine Erfahrungen mit mir teilst. Hast Du Deine eigene Fastenroutine? Schreibe gerne unten im Kommentar über Deine Fastenerfahrungen. 🌿🥥

Ps. Gerade bei Appetitlosigkeit, Trägheit, Stoffwechselstörungen, Schlafstörungen soll fasten gute Dienste leisten können

Patric J. West Unterrichtet Yoga in Aarau und Seebach und sowie Thai Yoga Massage

Dive deep

3 Übungen für heute zum nachspüren; was ist Meditation 🧘🏻‍♂️ ? (grosse Frage) – Manche nennen es ein-pünktige Aufmerksamkeit.. genau das Gegenteil von dem was unsere heutige Alltagswelt vorgibt & wir heute oft (er-)leben, wo wir 3 Dinge zu tun versucht sind & dabei mit geteilter Aufmerksamkeit da sind – oder besser „dort sind“; die Sinne zum Körper bringen, nach innen horchen in diesen Raum, bei spezifischen Körperteilen verweilend, nach innen reisend mit dem Atem – tiefer tauchend in ein weites Nichts als Sein.. danach können wir in der Asana streben

Der Baum 🌲

Im Grunde eignen sich alle Yogaübungen als Körpermeditation;

unten im Bild ist der Adler 🦅 (Garudasana) mit verschränkten Armen & Beinen hilft er Dir, die Mitte zu spüren, dich zu erden & fokussieren und gleichzeitig die Flügel mutig in den Wind zu schlagen..

Garudasana

..aus dem Schneidersitz gibts Du dann den einen Fuss auf den Oberschenkel (halber Lotus 🪷 ardha Padmasana) spürst den Fersen an Deiner Bauchwand, lehnst Dich vor & nimmst dann mit dem Bauch wahr;

ardha padmasan

schliesslich sitzend die Arme unter die Knie & abwechselnd ein Bein oben haltend – spüre in das Gleichgewicht hinein, das sich einstellt..

findest Du mal Zeit zum probieren, dann schreib gerne was Du dabei erfahren hast ..

Was essen Yogis ?

Was ist eine yogische Ernährungsweise, Wurde ich neulich gefragt; eine gute frage.. denn Hatha Yoga ist der körperorientierte Bereich des Yoga, der auch dahin abzielt, den Körper in guter Verfassung zu halten (mit Asanas, Atemübungen, Meditation / positiver Ausrichtung (oder Nahrung f. d. Kopf) und eben, gesunder Ernährung). Die Energien oder das Prana im & um den Körper sollen harmonisiert werden. Oft wird Hatha Yoga so auch als Grundlage für die anderen Yogawege gesehen. Schon früh hatten Yogis bemerkt wie gewisse Nahrung die Energie beeinflusst, und erstellten 3 Kategorien, nach den 3 Gunas der Natur, Tamas, Rajas und Sattwa:

Tamasige Nahrung macht demzufolge träge, wie Fleisch, Fisch, Zwiebeln Essig, Tabak, Alkohol, Drogen, Konserven, lange aufbewahrtes und verarbeitetes Essen, Tiefgekühltes, z.T. Milch, zuviel Essen

Rajasige Nahrung ist, was Geist und Körper unruhig macht, wie scharfes Essen, Kaffee, weißer Zucker, weisses Mehl oder hastiges essen

Sattwige Nahrung hingegen ist möglichst frisch und hat so noch viel Prana: viel Gemüse & Obst🍈, gut gekochte Hülsenfrüchte 🫘 und Vollkorngetreidesorten, Wildkräuter, 🌱 Sprossen, Steinsalz, Kokosöl, regelmäßige Essenszeiten

Ein Yogi möchte also sattwige Nahrung zu sich nehmen.
Milch gabs bei den alten Veden wohl nicht im Übermass, jedoch hielten Yogis selbst Kühe 🐄 die ihnen heilig waren, so war gemäss der Überlieferung auch Krishna in jungen Jahren gar Hüter der Kühe; heute gebietet das Gebot der Gewaltlosigkeit vielen Yogis auf Milch zu verzichten, da die industrielle Milchproduktion heute nicht ohne Töten und Tierleid auskommt, wo für jede Milchkuh regelmäßig Rinder geschlachtet werden; aber nach der alten yogischen Tradition würden ab & an und stark reduziert Milchprodukte passen, je nach Organismus – es gibt jedoch mittlerweile viele gute Milchersatzprodukte zur Abwechslung

Dazu über den Tag verteilt 1,5 – 3L, je nach Organismus, Wasser 💦 oder Tee

Jeder Organismus ist anders, so ist es gut die Signale des Körpers zu spüren & auf seine natürlichen Instinkte zu achten

Yogische Regeln sind zudem nur bei echtem Hunger zu essen, nicht zwischen den Mahlzeiten und nicht zuviel; viele schwören heute auf das Intervall-Fasten z.B. die letzte Mahlzeit 18 Uhr einzunehmen und die erste wieder um 10 oder 11

Traditionell gibt es auch immer wieder Fastentage, Ekadashi, am 11. Tag nach Voll- & Neumond. Auch bei Krankheit zu fasten & einzig mit Wasser zu hydrieren, dass sich der Körper reinigen kann

Schließlich ist hier zwischen Anspruch und gelebter Wirklichkeit oft eine Kluft (wenn man nicht grade in einem yogischen Ashram lebt, kann es schwierig sein in unserem modernen Alltag dem zu folgen), eine Diskrepanz wie oftmals in anderen Lebensbereichen auch; wie bei den Asanas ist unterwegs-sein die Praxis, und die Praxis ein unterwegs-sein

Selber hab ich mal nachgezählt, wieviele Punkte auf meine Ernährungsgewohnheiten zutreffen und wieviele hier nicht – ich kam immerhin auf knappe 60%

vielleicht gibts ja den einen oder anderen Tipp hier, den wir wieder etwas mehr beherzigen dürften und wollen, wenn wir spüren, dass es zu unserem Wohle beitragen kann – ev. beim nächsten anstehenden Einkauf 😊

Bio Gemüse 🌽 und Obst 🍈 sind sattwige Nahrungsmittel