Was ist eine yogische Ernährungsweise, Wurde ich neulich gefragt; eine gute frage.. denn Hatha Yoga ist der körperorientierte Bereich des Yoga, der auch dahin abzielt, den Körper in guter Verfassung zu halten (mit Asanas, Atemübungen, Meditation / positiver Ausrichtung (oder Nahrung f. d. Kopf) und eben, gesunder Ernährung). Die Energien oder das Prana im & um den Körper sollen harmonisiert werden. Oft wird Hatha Yoga so auch als Grundlage für die anderen Yogawege gesehen. Schon früh hatten Yogis bemerkt wie gewisse Nahrung die Energie beeinflusst, und erstellten 3 Kategorien, nach den 3 Gunas der Natur, Tamas, Rajas und Sattwa:
Tamasige Nahrung macht demzufolge träge, wie Fleisch, Fisch, Zwiebeln Essig, Tabak, Alkohol, Drogen, Konserven, lange aufbewahrtes und verarbeitetes Essen, Tiefgekühltes, z.T. Milch, zuviel Essen
Rajasige Nahrung ist, was Geist und Körper unruhig macht, wie scharfes Essen, Kaffee, weißer Zucker, weisses Mehl oder hastiges essen
Sattwige Nahrung hingegen ist möglichst frisch und hat so noch viel Prana: viel Gemüse & Obst🍈, gut gekochte Hülsenfrüchte 🫘 und Vollkorngetreidesorten, Wildkräuter, 🌱 Sprossen, Steinsalz, Kokosöl, regelmäßige Essenszeiten
Ein Yogi möchte also sattwige Nahrung zu sich nehmen.
Milch gabs bei den alten Veden wohl nicht im Übermass, jedoch hielten Yogis selbst Kühe 🐄 die ihnen heilig waren, so war gemäss der Überlieferung auch Krishna in jungen Jahren gar Hüter der Kühe; heute gebietet das Gebot der Gewaltlosigkeit vielen Yogis auf Milch zu verzichten, da die industrielle Milchproduktion heute nicht ohne Töten und Tierleid auskommt, wo für jede Milchkuh regelmäßig Rinder geschlachtet werden; aber nach der alten yogischen Tradition würden ab & an und stark reduziert Milchprodukte passen, je nach Organismus – es gibt jedoch mittlerweile viele gute Milchersatzprodukte zur Abwechslung
Dazu über den Tag verteilt 1,5 – 3L, je nach Organismus, Wasser 💦 oder Tee
Jeder Organismus ist anders, so ist es gut die Signale des Körpers zu spüren & auf seine natürlichen Instinkte zu achten
Yogische Regeln sind zudem nur bei echtem Hunger zu essen, nicht zwischen den Mahlzeiten und nicht zuviel; viele schwören heute auf das Intervall-Fasten z.B. die letzte Mahlzeit 18 Uhr einzunehmen und die erste wieder um 10 oder 11
Traditionell gibt es auch immer wieder Fastentage, Ekadashi, am 11. Tag nach Voll- & Neumond. Auch bei Krankheit zu fasten & einzig mit Wasser zu hydrieren, dass sich der Körper reinigen kann
Schließlich ist hier zwischen Anspruch und gelebter Wirklichkeit oft eine Kluft (wenn man nicht grade in einem yogischen Ashram lebt, kann es schwierig sein in unserem modernen Alltag dem zu folgen), eine Diskrepanz wie oftmals in anderen Lebensbereichen auch; wie bei den Asanas ist unterwegs-sein die Praxis, und die Praxis ein unterwegs-sein
Selber hab ich mal nachgezählt, wieviele Punkte auf meine Ernährungsgewohnheiten zutreffen und wieviele hier nicht – ich kam immerhin auf knappe 60%
vielleicht gibts ja den einen oder anderen Tipp hier, den wir wieder etwas mehr beherzigen dürften und wollen, wenn wir spüren, dass es zu unserem Wohle beitragen kann – ev. beim nächsten anstehenden Einkauf 😊

